Ge Schichte

08. Dez 2025,

Ge Schichte
Ge Schichte

„Das wird in die Geschichte eingehen.“ Nun, eingehen wird praktisch alles Lebende im Verlaufe der Zeit. Doch wer in die Geschichte eingeht, der wird dort für immer und ewig stehen bleiben – als Teil der Menschheitsgeschichte. Na, wenn das kein exquisiter Status ist, was dann?

So erstrebenswert es scheint, im Buch der Geschichte über die Entwicklung der Menschheit und des Planeten aufgelistet zu sein, umso ernüchternder ist das Ergebnis:
Geschichte ist keine Auszeichnung, kein Oscar, kein Grammy und schon gar kein Nobelpreis. Sie ist lediglich der Platz, der einer Person oder einem Ereignis in der Chronik der Zeit zugewiesen wird.

Wer sich als Bewerber:in für einen Eintrag im Geschichtsbuch sieht, muss sich den Platz mit Leuten wie Mahatma Gandhi, Adolf Hitler, Cäsar, Greta Thunberg und auch Donald J. Trump teilen.
Geschichte ist nicht nur Protokoll oder Archiv. Nein – die Entwicklung der Geschichtsschreibung ist viel bunter.

In grauer Vorzeit, also in der Antike, wurden in der Geschichtsschreibung neben Fakten – aber mangels besseren Wissens – viele Mythen und Legenden notiert. Zwei antike Historiker namens Herodot und Thukydides fanden das weniger passend. Sie führten kritische Methoden ein, um Inhalte nach Fakten zu prüfen. Die beiden Progressiven haben vor Tausenden von Jahren den Faktencheck erfunden.

Im Mittelalter setzte sich eine andere Art der Geschichtsschreibung durch: Die Sichtweise der Schreiberlinge wurde auf christlich-zentrierte Art niedergeschrieben. Plötzlich wurde nicht mehr faktenbasiert notiert, sondern der Geschichte ein göttlicher Plan unterstellt. In den Chroniken erschienen häufiger Herrscher und Heilige als Persönlichkeiten aus dem regulären Volk.

Glücklicherweise wurde dann der Zyklus erfunden – und damit die Renaissance, sprich die Aufklärung, auf den Plan gerufen. Die antiken Schriften wurden hervorgekramt und einer kritischen Untersuchung unterzogen. Irgendjemand brachte das Thema Wissenschaft ins Rollen, und von da an spielten Vernunft und kritische Methoden eine Hauptrolle in der Geschichtsschreibung.

Es mussten 19 Jahrhunderte vergehen, ehe die Geschichtswissenschaft aktiv wurde. Historiker wie Leopold von Ranke betonten die Bedeutung von Primärquellen und objektiver Methodik beim Schreiben der Geschichte. Die Darstellung lief nun unter dem Motto: „Wie es eigentlich gewesen ist.“

Anfang des Heute, also des 20. Jahrhunderts, wurde es den Historikern beim Schreiben zu langweilig und zu eintönig. Ergo führten sie neue Elemente in die Geschichtsschreibung ein: Kultur, soziale Aspekte und Geschlechterrollen wurden in die Betrachtung und Beschreibung einbezogen. Na also, geht doch! Endlich wurde Geschichte aus der Perspektive der Nichtmächtigen erzählt.

Und wie lautet dieser Spruch noch gleich, der immer und immer wieder zitiert wird?
Ach ja: „Wer aus der Geschichte nicht lernt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.
Und schon wären wir wieder beim berühmt-berüchtigten Zyklus angelangt.
Sagt die Geschichte.

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