Meer Schweinchen

21. Feb 2026,

Meer Schweinchen
Meer Schweinchen

Es hat ein paar Jahrhunderte gedauert, bis diese kleine, süsse Art der Meerschweinchen aufgehört hat, sich ihres Namens zu schämen. Damals, in den Höhen der Anden in Südamerika, hiessen sie noch ganz anders.

Welchen Namen sie als Gattung hatten, ist bis heute ein Geheimnis. Die Europäer hatten die Amerikas noch nicht entdeckt, und so blieben die Meerschweinchen ganz unter sich – und unter Südamerikaner:innen. Bei ihrer Entdeckung durch die nicht gerade für Humanität bekannten Eroberer waren sie jedoch bereits trainiert: Sie waren domestiziert und dienten als niedliche Hausbewohner in südamerikanischen Familien.

Zurück zum Thema „Viel Glück bei der Namenwahl“. Im fünfzehnten Jahrhundert – mangels Social Media – wussten die Eroberer der Anden nicht, wie sie diese putzigen Tiere nennen sollten. Wen hätten diese nur-spanisch-sprechenden Seemänner denn auch fragen sollen? 

Auf der langen Rückreise nach Spanien und Portugal gehörte Langeweile zum Standardprogramm. Also nahm man die felligen Gäste genauer unter die Lupe. Irgendein Matrose fand, die Tiere sähen aus wie Miniatur-Schweine. Und tatsächlich: Körperform und Gang auf dem improvisierten Bord-Laufsteg gaben ihm recht. Der restliche Teil des Namens war ziemlich sicher ein Hinweis darauf, dass die Neuankömmlinge über das Meer angereist waren.

Alternativ könnte „Meer“ auch auf die rege Rammlertätigkeit hinweisen, die während der Reise immer mehr zunahm. Oder meer.

Ach, noch etwas: Meerschweinchen sind nicht nur freundlich und neugierig, sie sind auch echte Plappermäulchen. Sie kommunizieren ununterbrochen und scheinbar ohne Atem zu holen – als würde das Sprechen morgen verboten. Manchmal klingt es wie das Grunzen der grossen Schweine. Oh Mann, heute sind wir aber detektivisch unterwegs.

Apropos grosse Schweine!
Gestern hat ... nein, lassen wir das. 

Die Hetzerei gegen Schweine ist unfair und entspricht nicht der Realität ihrer Haltung. 
Die Grunzenden der Welt sind keineswegs dem Schmutz zugetan – ganz im Gegenteil. 
Schweine sind soziale Tiere, die sich in der Gruppe organisieren. 
Muttertiere und ihre Ferkel übernehmen dabei wichtige Aufgaben im Herdenschutz. 

Dummes Schwein? 

Das ist eher die Ausnahme, denn die Intelligenz der Schweine ist bemerkenswert. Sie können komplexe Probleme lösen, erkennen sich im Spiegel und kommunizieren ausgesprochen fleissig.

Wie muss sich ein Zuchtschwein bei all diesen Fähigkeiten wohl fühlen, wenn es in einen engen Käfig gesteckt wird, bis der Schlachter - oder Schlächter - auftaucht?

Intelligenz kann ganz schön schmerzhaft sein. Wie um Himmels willen hat das Schwein so viele negative Eigenschaften zugesprochen bekommen, die weit von der Realität entfernt sind? Ein kluges Schwein muss sich doch grün und blau ärgern, wenn es als Schimpfwort herhalten muss.
Gut, manchmal wird der Begriff immerhin positiv verwendet – etwa in „Schwein gehabt!“. 
Das ist doch schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.

Deshalb mein Aufruf in die Welt des Grunzens: „Schweine aller Länder: vereinigt Euch!

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