Phil

10. Mär 2026,

Phil
Phil

„Wer ist der interessanteste Mann der Welt?“ fragte mich ein Freund vor zehn Jahren. Hmm. Was erwartet der Mann? Soll ich seinen Namen nennen? Ich schwieg.

Dann tauchte der Name Phil Pendry auf — und ein paar Müsterchen seiner Lebensgeschichte.

Dann traf ich Phil Pendry. Und ich verstand die Frage. Und wusste die Antwort.

Phil Pendry verbrachte mehr als achtzig Jahre seines Lebens als Kameramann, als Dokumentarfilmer und als Geschichtenerzähler. Nicht in Worten — in Bildern.

Phil prahlte nicht mit den Stories von mehr als vierzig Krisen, seiner Freundschaft mit Yoko Ono, seiner Arbeit für CBC und 60 Minutes. Phil erzählte Geschichten, wenn man ihn fragte. Sonst nicht. 

Ich lernte Phil in erster Linie als bemerkenswerten Humanisten kennen und schätzen. 

Phil war ein Mann, der sich kümmerte. 

Ein bescheiden auftretender Mann mit Stil und Manieren.

Ich erfuhr nur einen Bruchteil seiner vielen Geschichten aus Krieg und Elend. 
Phil hätte mit diesen leidvollen Erfahrungen leicht zum Zyniker werden können.
Wurde er aber nicht. 

Ich habe Phil Pendry als Freund erfahren — als Menschen, der keinen Millimeter Zynismus in sich trug.

Gestern ist Phil Pendry  sanft und friedlich von uns gegangen. 
Genauso, wie er als Mensch gelebt hatte.

Danke für deine Freundschaft und deine riesige Präsenz, Phil.

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