Fernweh oder Heimweh?

11. Apr 2026,

Fernweh oder Heimweh?
Fernweh oder Heimweh?

Fernweh oder Heimweh? Wer seit jeher hinter dem Mond oder unter einem Stein lebte, wird sich über die Situation der heutigen Welt nicht wundern. Denn er bekommt gar nichts mit. Das Neue daran? Ein Kanadier war hinter dem Mond. Aber nur kurz.

Kanada kann gar nicht weit genug entfernt sein, um den Weg nach Maple Leaf Country zurückzufinden. 
Das weiss inzwischen auch Jeremy Hansen. 

Wer? 

Jeremy Hansen ist der Kanadier im NASA Team der Artemis II. 
Er und die Crew sind sicher zurück — und haben dabei die grösste Distanz — immerhin 1.1 Millionen Kilometer — zurückgelegt, die Menschen je von der Erde entfernt waren.

Wenn man in Newmarket aufwacht und hört, dass ein Kanadier gerade weiter weg war als je ein Mensch zuvor — und trotzdem nach Hause gefunden hat — dann sagt das etwas über Heimat, das kein Geograf erklären kann. 
In einer Zeit, in der auf der Erde alles auseinanderdriftet, haben vier Menschen bewiesen, dass Präzision, Vertrauen und Zusammenarbeit noch funktionieren. 
Das Universum interessiert sich nicht für Populismus. 
Zudem hat die teilweise neue Perspektive auf die einzige Heimat im bekannten Universum gezeigt, wie unglaublich wertvoll dieser Planet ist.

Ich habe in den letzten Tagen etliche Male in den Himmel von Newmarket geblickt. 
Und was habe ich gesehen? 
Blinkende Lichter und träge Wolken. 

Ich bin fasziniert und begeistert. 
Einerseits haben Wissenschaftler und Techniker wieder gezeigt, wie riesig das menschliche Potenzial für das «Unmögliche» ist, um eine solche Expedition zu realisieren. 
Andererseits vertrauten drei Amerikaner und ein Kanadier auf eben diese Menschen, die sie ins All befördert hatten. 
Sie mussten sich gegenseitig vertrauen, dass jeder Handgriff sitzt. 
Und funktioniert. 

Die Artemis II Expedition hat eine weitere und andere Perspektive geöffnet. 

Aus dem einen Mann im Mond sind drei Männer und eine Frau geworden. Hinter dem Mond.

Und es war völlig unwichtig, ob da Kanadier oder Amerikaner auf diesem engen Raum der Artemis II miteinander auskommen mussten. 
Die vier sind echte Globalisten, obwohl sie am weitesten weg von eben dieser globalen Kugel herumschwirrten. 

Das ist doch mal eine Perspektive, die Hoffnung macht.

Endlich mal eine gute Distanz zu trennenden Dingen wie Länder, Religionen, Philosophien oder Rassen. 

Nun, es müssen ja nicht immer gleich Millionen von Kilometern sein, die uns von solch üblen Perspektiven wie Krieg, Faschismus, Gier, Machtgelüsten und Neid trennen können. 
Es reicht ja, wenn man sich die Hand reicht. 
Und eventuell reicht es auch, wenn hier und da die universellen Menschenrechte wieder ihren Platz einnehmen.

Wie wär’s mit mehr Woodstock statt Stock Exchange?
Na also.

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