Legal. Egal. Egalité.
12. Apr 2026,

GAL? Ist das nun das absolute Kernstück, wenn es um die Gerechtigkeit geht? Das Hardcore-Gen der zivilisierten Gesellschaft? Könnte durchaus sein, denn diese drei Buchstaben GAL stecken in vielen Bedeutungen.
Ist es etwa egal, wenn im Regal der Galerie in Portugal legal das Buch über Egalité steht?
Zu viel des guten GAL?
Na, mag sein, aber das ist überhaupt nicht illegal.
Im täglichen Kampf um die Schlagzeilen in den Medien überschlagen sich manche Redakteure in der Rhetorik.
Vor allem diese berühmten pissgelben Yellowpress-Ausgaben sind um keine Headline verlegen.
Schliesslich steckt immer ein Verleger hinter dem Erzeugnis.
Und der verlegt nicht nur, sondern will zusammen mit seinen Stakeholders auch satte Gewinne sehen.
Einmal im Jahr zumindest.
Und da können manche ethischen Ansprüche der Medien gerne mal auf der Strecke zum Leser bleiben.
Wie, Ethik?
Oh ja, die vierte Macht im Staate – die Medien – haben sich mehr oder weniger freiwillig einer ethischen Leitplanke untergeordnet. Denn die Leserschaft will vor allem eines: Nachrichten, die zumindest einen hohen Promillegehalt an Wahrheit sprich Fakten enthalten.
Mit Spurenelementen wollen sich Leser:innen nicht abspeisen lassen.
Und siehe da, die Liste der moralischen und ethischen Grundsätze liest sich positiv.
«Schreib die Wahrheit!» ist eine der Hauptverpflichtungen der Medien, ihren publizierten Inhalt einem Lügendetektor-Test auszusetzen.
«Bleib fair!» Perspektiven sind Bestandteile der meisten Nachrichten, denn die einzig mögliche Perspektive gehört eher ins Reich der Märchen. Die Werktätigen in den Medien sollen alle Seiten einer Geschichte fair und unvoreingenommen darstellen.
Punkt.
«Bleib unabhängig beim Schreiben!», auch wenn Druck von aussen oder gar vom Besitzer des Unternehmens droht.
Journalisten und Medienorganisationen sollten unabhängig von externen Einflüssen wie Regierungen, Unternehmen oder Interessengruppen agieren. «Sollten» ist eine gummifizierte Sparte der Rhetorik, um die Verpflichtung etwas aufzuweichen.
«Schreibe transparent!» Das klare Offenlegen von Interessenkonflikten oder Bias ist wesentlich, um das Vertrauen des Publikums zu verdienen. Wer den Medien und deren Aussagen misstraut, dem wird der morgendliche Kaffee ziemlich bitter schmecken.
«Schütze deine Quellen!» Privatpersonen haben ein Recht auf Schutz ihrer Privatsphäre, es sei denn, es gibt ein überwiegendes öffentliches Interesse an der Information. Niemand sollte (!) von den Medien nur des Effektes wegen an den öffentlichen Pranger gestellt werden.
Das sind hohe und dennoch minimale Forderungen in Sachen Ethik, die ein gut funktionierendes Presse-Organ bieten sollte.
Soweit so gut.
Soweit so legal.
Soweit so egal, wie sich Teile der Medien in den letzten Jahren verändert haben?
Oh nein.
Das Egalité-Prinzip mit Blick auf die universellen Menschenrechte darf nicht den Interessen einzelner geopfert werden.
Denn das nächste Opfer der unethischen Berichterstattung könntest du sein.
Oder ich.

