Milli Ardär

26. Jan 2026,

Milli Ardär
Milli Ardär

Milli oder Millie sind sehr schöne Namen, die aber beide nach dem Resultat einer Verkürzung schreien. Millie kann als eigenständiger Name perfekt überleben, aber sie kann sich auch als Koseform für längere Namen wie Millicent, Camilla oder Emily in den Sprachgebrauch einnisten. Die Herkunft des Namens Millie ist vielschichtig.

Milli als Name ist eindeutig zu kurz geraten. Es fehlt eine wichtige Schlusskomponente – nämlich das erlösende „e“ bei Millie.
Denn ohne diesen kleinen Zusatz bedeutet Milli eher die kleinstmögliche Grösse eines Gegenstands oder einer Person.

Ich meine: ein Millimeter, eine Millisekunde oder ein Milligramm sind in der Rangordnung eher am Ende der Liste zu finden.
Sie sind zwar existent und messbar, aber dennoch vernichtend klein.
Wie muss sich das für Einheiten wie diese anfühlen, wenn sie sich im Milli-Milieu herumtreiben?
Keine Ahnung – ich kann Millimeterschrift nicht lesen.

Wie steht es mit anderen kleinsten Grössen in der Welt, die der Milli-Familie angehören?
Es steht geschrieben, dass sich Newton und Ampère gerne mal ins Millieu verirren können. Doch diese Anekdoten gehören eher zum Kleinmist.

Was ist eigentlich ein Milliardär – und wie fühlt man sich dabei?
Ist dieser Begriff möglicherweise aus dem Englischen entliehen und hiess ursprünglich “Milli are there“?

Falsch.
Das Wort Milliardär stammt aus dem Französischen. Es wurde von der Zahl Milliarde beeinflusst, die wiederum auf das lateinische mille für „tausend“ zurückgreift.
Im 17. Jahrhundert wurde der Begriff Milliarde geprägt, um die Menge von eintausend Millionen (1.000.000.000) zu beschreiben.
Anfangs war dieses Vorhaben ein Ding der Unmöglichkeit, denn niemand hatte diesen Begriff kommen sehen – geschweige denn die stetig wachsende Zahl der Teilnehmer am exklusiven Club der Milliardäre.

Wer sich schon abmühte, sein Vermögen auf eine Million zu steigern, wird die Idee des tausendfachen Wertes wohl als Illusion ins Reich der Unmöglichkeiten verbannen.
Wie kann ein Mensch mit Intelligenz, Schläue und reiner Arbeit tausendmal eine Million anhäufen?
Wohl kaum jemand.

Doch es gibt sie, die Milliardäre.
Und sie tauchen jetzt sogar im Plural und in schwindelerregenden Vermögenshöhen auf.
Wie um alles in der Welt haben diese Leute eine solche immense Leistung hingelegt?

Die Mehrheit der Milliardäre hat entweder ein Unternehmen gegründet oder eines übernommen.
Nein, nicht irgendwelche Unternehmen – sondern solche mit bahnbrechenden Produkten oder Dienstleistungen im Angebot.
Viele Milliardäre haben mit Unternehmen wie Apple, Amazon oder Microsoft in einer Garage begonnen.
Nein, nicht in derselben Garage.
Jedenfalls behauptet die Legende das so.

Wer also eine Garage besitzt, hat bereits gute Voraussetzungen, um darin Milliardär zu werden.
Wenn Garagen knapp sind, können geschickt eingefädelte Investitionen ohne Produkt helfen, sich zum Milliardär zu katapultieren. 
Der Aktienmarkt steht dafür gerne zur Verfügung.
Wer lieber etwas Handfestes im Portfolio hat, beschäftigt sich mit Immobilien – die steigen gern, in Höhe und im Wert.
Etwas weniger anstrengend ist das reine Erben von Vermögen, die sich im Milliardenbereich tummeln.

Moment – so einfach, wie sich diese Anleitung zum Milliardärsstatus liest, ist es nicht.
Da gibt es noch das Kleingedruckte zu beachten.

Der Zustand des Milliardärs kann einen oder mehrere Keile – und damit eine Kluft – zwischen dem Superreichsein und dem Rest der Menschheit treiben.
Im Beipackzettel steht die Frage, ob die soziale Gerechtigkeit bei der Verteilung von Vermögen überhaupt noch existenz ist.

Es ist ja lobenswert, dass Milliardäre die Entwicklung ihres Vermögens steuern.
Aber muss dabei die faire Steuerbelastung für die enorm Reichen derart drastisch minimiert werden?

Das mag nach einem Milli-Problem aussehen, doch wenn sich Milliarden von Menschen mit dieser Ungleichheit befassen,
dann sieht die Sache plötzlich viel grösser aus.

Milli are there.

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