Advent Ure

01. Dez 2025,

Advent Ure
Advent Ure

„Advent Ure? Ich spreche kein Italienisch.“ Keine Sorge – das sind erstens keine zwei Wörter, und zweitens auch keine italienischen.

Adventure, das ganze Wort, stammt aus dem Englischen und bedeutet schlicht Abenteuer – also der freiwillige Ausbruch aus der Normalität in ein oft riskantes, aber verlockendes Unterfangen.
Das Abenteuer ist das Unplanbare im Leben, das mit unseren Zielen spielt und sie manchmal neu sortiert.
Abenteurer:innen sind wagemutig, angstfrei und tragen ihre Erlebnisse sichtbar im Gesicht – oder auf dem Kostüm, wenn Hollywood Regie führt.

Doch das Abenteuer beginnt nicht in der Wüste, auf dem Ozean oder im Weltall.
Es beginnt mit dem ersten Atemzug.
Mit dem ersten Schritt in eine Welt, die ungeplant, unsicher, unentdeckt und unbeschreiblich faszinierend ist.
Jede Entdeckung, jede Erfahrung im Lauf eines Lebens ist ein Abenteuer –
besonders dann, wenn das Ungeplante plötzlich alle Pläne über den Haufen rennt.

Und genau hier schliesst sich der Kreis zum Wort Advent, dem ersten Teil von Adventure.

Der Advent wurde im vierten Jahrhundert „erfunden“ – oder besser gesagt: geschaffen.
Die Adventszeit bedeutet Warten und Vorbereiten auf Weihnachten.
Also jene Wochen, in denen wir – jetzt wieder, im Jahr 2025 – stecken.

Für Geschäftsleute ist sie die goldene Jahreszeit, in der die Kassen heller klingeln als alle Glocken zusammen.
Wenn Weihnachten ausfiele, würde manch ein Geschäft gleich mit verschwinden.

Aber diese Wartezeit hat auch ihre spielerischen Traditionen hervorgebracht:
Der Adventskranz mit seinen vier Kerzen ist das wohl bekannteste Symbol –
ein grüner Kreis, der sich an jedem Sonntag ein wenig mehr erleuchtet.
Und der Adventskalender, einst zum Zählen der Tage bis Weihnachten gedacht,
öffnet heute sein erstes Fenster – meist mit Schokolade, Bildchen oder digitalen Überraschungen.

Doch die Besinnung, einst der Kern des Advents, steht heute kaum noch im Vordergrund.
Der Anlass ist zum Geschäft geworden.
„Was schenke ich wem und wozu?“
Diese Frage kann das Feierliche schon mal säuerlich färben.
Aber sie muss es nicht.

Denn der wahre Luxus dieser Zeit liegt nicht unter dem Baum –
sondern am Tisch.
In der Nähe von Menschen, die uns wichtig sind.
Das braucht weder Bargeld noch Kreditkarte –
aber Hingabe, Geduld und ein offenes Herz (vorher Ihren Apotheker oder Arzt befragen).
Diese Verbindungen sind nicht kostenlos, aber unbezahlbar.

Das Strahlende dieser Zeit zeigt sich in den Augen:
in den Augen der Kinder, der Partnerin, des Partners, der Freunde – und der Eltern,
sofern sie noch da sind.
Diese Augen wärmen alles, was nicht bis drei auf den Bäumen ist.

Advent ist ein Abenteuer der Gefühle und der Gemeinschaft.
Zumindest denke ich das.
Und das genügt für ein bisschen Advent und massenhaft Liebe.

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