SINN FLUT

25. Okt 2025,

SINN FLUT
SINN FLUT

Sintflut? Oh ja, ich erinnere mich an diese Geschichte. War das nicht dieser Typ, der die Welt in sechs Tagen erschuf, Tiere und Menschen kreierte – und dann mit dem Ergebnis unzufrieden war?

Nein, er oder sie war nicht vom gesamten Projekt enttäuscht, nur von diesen Kreaturen, die Mensch genannt wurden. Was an sich seltsam ist: Wenn ein Kreator eine Kreatur erschafft, die nach seinem eigenen Ebenbild gestaltet ist – wie kann er dann auf seine Prototypen wütend sein? Ein merkwürdiger Affekt.

Jedenfalls beschloss der Typ, den Planeten Erde einmal kräftig durchzuspülen, damit diese Menschen endgültig verschwinden. Alle – ausser einem gewissen Noah. An diesem Bärtigen muss der Kreator einen Narren gefressen haben, denn er gab ihm einen Auftrag:
Er solle ohne Baupläne eine Arche bauen, die über der Flut treiben und von jeder Tiergattung ein Paar an Bord nehmen sollte – bis das Wasser sich wieder verzog. Jede Tiergattung? Ja, auch Moskitos, Ratten und andere zweifelhafte Mitglieder des Tierreichs.
Okay, das war ein kurzer Ausflug in eine jahrtausendealte Geschichte, die noch immer keinen rechten Sinn ergibt. Aber ich will auf eine andere Flut hinaus. Immer wieder stolpere ich – über Menschen, Ideen, Aktionen oder Projekte, die mich sofort faszinieren. Heute Morgen stiess ich auf Facebook (ja, ich benutze Social Media, aber im Sparmodus) auf einen Beitrag, der sich mit einer Aussage des derzeitigen Kanzlers Merz beschäftigte: Er finde, „das Stadtbild störe ihn“. Oh ja – sein Zeigefinger meinte wieder einmal Migranten, Obdachlose, die Verlierer – kurz: jene Menschen, die sein Weltbild stören.

Holy moly.

Das Projekt heisst „Sinnflut – Flood the Zone with Sense“. Bereits der Titel sprang mir ins Auge – und blieb dort hängen. Ich nahm mir Zeit für den Artikel „So hättet ihr es sagen können“ über die kommunikative Inkompetenz von Söder, Merz und Dobrindt.
Erfrischend direkt und klar beschreibt er, wie deren Wortwahl gezielt Empörung und Wut schürt – alte rhetorische Handbücher, neu aufpoliert, um die Gesellschaft zu spalten und mit dem Finger auf Minderheiten zu zeigen.
Kommt dir das bekannt vor? Mir schon.

Danach wollte ich wissen: Wer steckt hinter Sinnflut? Ist das eine Organisation für bessere Kommunikation – oder eine politische Bewegung? Falls ja, in welche Richtung zielt sie?

Nun, Sinnflut ist ein Projekt von Mirko Lange. Der Name kam mir bekannt vor – klar: Scompler! Diese brillante Kommunikationsplattform, die Inhalte auf viele Kanäle verteilt. Ich habe sie vor Jahren getestet und war beeindruckt.
Mirko Lange ist ein Meister der klaren Sprache – jemand, der komplexe Zusammenhänge in verständliche Texte verwandelt.

Zurück zum Wort Sinnflut:

Sind wir nicht alle tagtäglich einer unglaublichen Flut von Geschichten, Schlagzeilen und Angstbildern ausgesetzt?
Wie gehen wir damit um?
Welche dieser Stories sind wahr, welche Fiktion?

Ich ertappe mich oft dabei, wie ich mich im Kreis drehe und frage: Kann das stimmen?
Ja, ich investiere Zeit, um Quellen zu prüfen und die Wahrscheinlichkeit von Fakten zu verifizieren. Ich will mein Leben nicht einer Lüge, einer faulen Geschichte oder einem toxischen Narrativ widmen.
Und ja – Recherche macht mir Spass. Erwischt!

Denn dabei stosse ich immer wieder auf Journalist:innen und Kommunikator:innen wie Mirko Lange, die sich einer Berufsethik verpflichtet fühlen, die früher einmal selbstverständlich war.

Ich mag es, wenn die Flut wieder Sinn macht. Und umgekehrt.

0Noch keine Kommentare

Ihr Kommentar
Antwort auf:  Direkt auf das Thema antworten

Ähnliche Beiträge