Kon fusion
13. Jan 2026,

Wörter bitte an den korrekten Stellen trennen. Das fordert zumindest die aktuelle Rechtschreibung. Bei falsch angewandter Trennung könnte die eine oder andere Prise Konfusion entstehen. Ein Wort, das in getrennter Form eher hoffnungsvoll wirkt, bedeutet in der komprimierten Form lediglich eine Angebot an Verwirrung und etwas Chaos.
Natürlich stammt auch dieser Begriff ursprünglich aus Rom. Denn dahin führen bekanntlich viele Wege, wenn man sich aus dem Latein bedienen möchte. Der lateinische Ursprung confusio beschrieb das Zusammenfliessen oder die Vermischung verschiedener Elemente und Ideen – stets begleitet von einer gewissen Verwirrung. Und eben diese Vermischung von Ideen sorgte in manchen Köpfen für Unklarheit.
Doch trennen wir das Wort einmal in seine Einzelteile und schauen genauer hin:
Der Anfang „Kon“ steht für „gemeinsam“ oder „zusammen“ – was kaum verwirrend sein kann. Denn Teamgeist ist eher klärend und motivierend.
Wenn sich also Menschen gemeinsam um eine Fusion kümmern, sprich die Gemeinschaft zu einem Ganzen verbinden, dann haben wir die Kon-Fusion als Begriff gründlich erklärt – und dabei gleichzeitig ein bisschen für Verwirrung gesorgt.
Konfusion hat in der heutigen Sprachregelung meist das Verwirrte im Vordergrund.
Eine Sache, die durchaus auch positive Seiten haben kann.
Denn wer verwirrt ist, sucht schliesslich nach einem Ausgang – nach einer Auflösung des Rätselhaften.
Wenn gewohnte und vermeintlich gesicherte Lebenssituationen sich schleichend oder plötzlich auflösen, dann beginnt sich die Verwirrung einzunisten.
Gut also, wenn sich dann Menschen zusammenfinden – in einer Kon-Fusion – und sich gemeinsam dem Problem widmen.
Verwirrtes und Verirrtes sind nicht dasselbe, aber sie haben gemeinsame Eltern.
Ja, die Zeiten sind konfus.
Das Weltbild, vor allem das politische, ist verwirrend und manchmal ängstigend.
„Es ist nichts mehr so wie früher“ – ein Satz, der zwar oft zitiert und sicher berechtigt ist, den man aber nicht einfach so im Raum stehen lassen sollte.
Warum?
Nun, er paart sich gern mit Fatalismus und Zynismus – eine wirklich toxische und lähmende Verbindung, nicht nur sprachlich gesehen.
Wir können das besser.
Schliesslich hat der Mensch ein paar evolutionär hervorragende Apps mit auf den Weg bekommen:
- Das Gehirn – zum Beispiel.
- Und Emotionen – als zweites Beispiel.
Damit lässt sich wunderbar arbeiten.
Wie wäre es also, wenn sich diese beiden Apps – Gehirn und Emotion – konfusionieren?
Was da wohl alles herauskommen könnte!
Und das Ganze lässt sich noch toppen, wenn sich die Apps zu einer Kollektion zusammenschliessen – einem Grassroot-Netzwerk.
Die Geschichte der Menschheit zeigt immer wieder, was motivierte Menschen in Gruppen alles bewegen, verbessern und verändern können, um Gleichheit, Chancen und Freiheit zu fördern.
Lasst uns also ruhig etwas kon fus werden.
Denn Konfusius sagt:
„Lass uns die Welt verbessern.“
